Präsident Roh Moo-hyun hat Japan dazu aufgerufen, sich für Fehler in der Vergangenheit aufrichtig zu entschuldigen und gegebenenfalls Entschädigung zu leisten. Roh betonte zudem die Notwendigkeit japanischer Bemühungen um eine Aufdeckung der Wahrheit über seine Kolonialherrschaft auf der koreanischen Halbinsel von 1910 bis 1945.
Das sagte Roh bei einer Zeremonie anlässlich des 86. Gedenktages der Unabhängigkeitsbewegung vom 1. März 1919.
Der Präsident betonte, versprochen zu haben, die Frage der Vergangenheit nicht zu einem diplomatischen Streit zu entwickeln. Denn er sei der Überzeugung gewesen, dass es nicht zukunftsdienlich sei, wenn Austausch und Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern festgefahren seien. An diesem Gedanken halte er weiterhin fest, anstehende Fragen in den bilateralen Beziehungen würden jedoch nicht durch einseitige südkoreanische Bemühungen geklärt werden können, hie©¬ es.
Präsident Roh rief die Intellektuellen in Japan dazu auf, auf Basis der Selbstreflexion emotionale Spuren zwischen beiden Ländern zu beseitigen und aktiv Wundenheilung zu betreiben.
Die Klärung der Vergangenheit solle Japan zur Erkenntnis führen, dass dieser Vorgang eine grundsätzliche moralische Verantwortung der Menschheit und das Vertrauen zwischen Nachbarn betreffe, so Roh.
Am 1. März 1919 hatten zehntausende Koreaner landesweit friedlich gegen die japanische Kolonialherrschaft protestiert. Die Aufstände wurden von Japan unter Gewalteinsatz beendet.
Rohs Äu©¬erungen erfolgten vor dem Hintergrund eines diplomatischen Streits zwischen beiden Ländern wegen der Behauptung des japanischen Seoul-Botschafters, dass die südkoreanische Insel Dokdo japanisch sei. |
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